„Einbrechern keine Chance geben!“ Polizei, Landkreis-SPD und Versicherungsfachmann informierten Bevölkerung über Einbruchsrisiken in der Region

v.l.n.r.

16. November 2015

„Ein Wohnungseinbruch ist weit mehr als nur Eigentumsdiebstahl; das Eindringen in die Privatsphäre ist ein schlimmes Verbrechen“, erläuterte SPD-Kreisvorsitzende Alexandra Burgmaier die Initiative zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Einbruchsschutz in Raubling. Dies konnte Erster Kriminalhauptkommissar Gerold Kreuzinger von der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim den zahlreichen Zuhörern aus seinen Erfahrungen nur bestätigen. „Einbrüche können traumatische Auswirkungen haben; etwa 17% der Einbruchsopfer fühlen sich nicht mehr sicher und ziehen aus ihrer Wohnung aus“, erläuterte er die oft dramatischen Folgen für bisher unbeschwert lebende Menschen.

Auch in Deutschland sei eine Zunahme der Delikte zu verzeichnen, wenngleich diese geringer ausfalle als im europäischen Ausland. In Bayern gebe es sogar jüngst einen leichten Rückgang, was er auch auf die verstärkten Anstrengungen der Polizei zurückführte. Mehr Präventions- und Aufklärungsaktionen, eine Spezialisierung der Sachbearbeiter sowie Verbesserungen in der Fahndung wie etwa der Aufbau einer bayernweiten Datenbank zeigten erste Erfolge. So bleibe es bei mittlerweile 41% der Fälle lediglich beim Einbruchsversuch.

Wertvolle Verhaltenstipps zur Vermeidung von Einbrüchen gab anschließend Kriminaloberkommissar Wolfgang Moritz von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle. Er zeigte, wie mit einfachsten Werkzeugen und in atemberaubender Geschwindigkeit eine Wohnung bei mangelnder Sicherungstechnik aufgebrochen werden kann. „Viele Menschen unterschätzen das Risiko und sparen bei mechanischen Sicherungseinrichtungen“, appellierte der Referent an die Zuhörer, sich über die Möglichkeiten zu informieren und z.B. ihre Fenster und Türen entsprechend nachzurüsten. Zertifizierte Sicherheitstechnik wie Kernziehschlösser (Schließzylinder) reiche bereits aus, damit es am Ende nur beim Einbruchsversuch bleibe; „man braucht einfach zu viel Zeit“, erläuterte er die erfolgreiche Strategie, den Einbrechern damit das Leben schwer zu machen.

Wichtig sei auch Achtsamkeit gegenüber Trickbetrügern, die sich unter Vorwänden ungehindert Zutritt in die Wohnung verschafften. An zahlreichen Beispielen zeigte er auf, mit welch unverschämten Methoden versucht wird, die Gutmütigkeit der Menschen auszunutzen. „Lassen Sie fremde Menschen unter keinen Umständen in Ihre Wohnung, egal welche Geschichten Ihnen erzählt werden“, riet er und empfahl, besonders auch Kindern diese wichtige Regel beizubringen und nachbarschaftliches Verhalten zu pflegen.

Bei längeren Abwesenheiten seien auch Maßnahmen zur Anwesenheitssimulation hilfreich, beispielsweise durch intelligente Lichtschaltungssysteme. Auch Alarmanlagen könnten in Einzelfällen eine gute Lösung sein, dies sei jedoch von den konkreten Umständen des zu schützenden Objektes abhängig. Für eine konkrete Beratung, gerade bei höheren Investitionen, stünden die Fachberater der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle mit ihrer Expertise allen Bürgern zur Verfügung, stellte er das Präventionsangebot der Polizei heraus.

Zum Thema Versicherungen erläuterte der Versicherungsexperte Franz Josef Sammer die Tarifierungspolitik der Versicherer nach bundesweit gebildeten Einbruchszonen. Durch die Zunahme der Fälle sei eine Hochstufung des süddeutschen Raums in höhere Zonen mit entsprechenden Prämienerhöhungen zu erwarten. Anhand von Videos demonstrierte er die Vorteile mechanischer Sicherungen und des Einsatzes VdS-zeritifzierter Sicherheitstechnik. "Beim Abschluss einer Hausratversicherung ist neben Prämien und Bedingungen vor allem auf eine umfassende Dokumentation bereits bei Antragsaufnahme zu achten, damit im Schadensfall auch tatsächlich geleistet werden kann", war seine Empfehlung an das Publikum. Alle Wertsachen müssten dann durch Kaufbelege oder Wertexpertisen nachweisbar sein, wo dies nicht möglich sei, empfehle sich das Anfertigen von Fotos. "Je besser das Diebesgut dokumentiert ist, desto leichter fällt die Strafverfolgung und auch die Regulierung durch den Versicherer", fasste er seine Erfahrungen aus der Praxis zusammen.

Kreisvorsitzende Alexandra Burgmaier bedankte sich für die informativen Vorträge und lobte insbesondere die Anstrengungen der Polizei, die das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung sehr ernst nehme. Sie verwies abschließend auch auf die Aktivitäten des Vereins „Sicherheitsgemeinschaft Inntal e.V.“, der die SPD anstelle von Geschenken für die Referenten eine Spende habe zukommen lassen.

Einbruchsveranstaltung Abschlussfoto

(v.l.) Franz Josef Sammer, Versicherungsfachmann, Wolfgang Moritz (Kripo Rosenheim), Alexandra Burgmaier (SP-Kreisvorsitzende), Gerold Kreuzinger (Kripo Rosenheim)

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